TERMINE & BILDER

anders statt artig – Kreative Ideen für interkulturelles Lernen
Schulungen zum Methodenkoffer für Jugenddienste


Bezirksschulung #1

für die Bezirke Arnsberg, Bielefeld und Münster
Sa, 17.03.2018 von 09.00 bis 19.00 Uhr
THW OV Detmold




Bezirksschulung #2
für die Bezirke Bochum, Dortmund, Gelsenkirchen und Olpe
Sa, 28.04.2018 von 09.00 bis 19.00 Uhr
THW OV Witten



Bezirksschulung #3
für die Bezirke Aachen, Düsseldorf, Köln, Mönchengladbach
und Wesel

Sa, 28.04.2018 von 09.00 bis 19.00 Uhr
THW OV Neuss


Methodenkoffer für Jugenddienste
Du interessierst dich für das Projekt und möchtest mehr Informationen zu den Veranstaltungen und Produkten (Funkrallye, Brett- und Planspiel, Videos, Spielehandbuch) erhalten? Dann melde dich bei Tabea Janson per Email (janson[at]adb[dot]de) oder per WhatsApp (0176-30188623)!

BERICHTE
Methodenwerkstatt #1 "Interkulturelle Kommunikation"
Was passiert, wenn man die Themen Funken, Kartenkunde und interkulturelle Kommunikation miteinander in Verbindung bringt? Dieser Frage sind 12 Mitglieder der THW-Jugend Nordrhein-Westfalen in der Methodenwerkstatt #1 des Projekts „anders statt artig“ auf den Grund gegangen. In der ruhigen und grünen Umgebung der AdB-Mitgliedseinrichtung Haus Neuland drehte sich am Samstag, 4. März 2017, für die Teilnehmenden einen Tag lang alles um das Reden übers Reden. Gemeinsam mit den Teamerinnen Tabea Janson (AdB) und Hannah Farber (Haus Neuland) wurden Koordinaten gesucht, Funkgeräte getestet und über verschiedene Formen der (interkulturellen) Kommunikation diskutiert. Durch Übungen und Spiele erhielten die Teilnehmenden Anregungen für die Arbeit mit ihren Kindern und Jugendlichen im Jugendverband. Das Highlight des Tages war die Entwicklung einer Funkrallye. In Kleingruppen wurden Stationen ausgearbeitet und die Seminarinhalte direkt in die praktische Arbeit der Jugendgruppen vor Ort umgesetzt.Dank der entspannten Atmosphäre im Teutoburger Wald fuhren die Teilnehmenden mit vielen positiven Eindrücken zurück in ihre Ortsverbände – ein erfolgreicher Tag an dem das Experiment „Verknüpfung von fachtechnischem Wissen und politischer Bildungsarbeit“ geglückt ist.
Testtag #1„Funkrallye im OV Altena"
Am 23. April 2017 war es endlich soweit: Über 30 Jugendliche und Erwachsene aus den THW-Ortsverbänden Altena, Dortmund und Moers testeten gemeinsam mit der Projektleitung Tabea Janson in Altena eine Auswahl der 12 Stationen der entwickelten Funkrallye zum Thema „Interkulturelle Kommunikation". Der Ortsbeauftragte Frank Herbel arbeitete zusammen mit seinen Jugendlichen und Aktiven der THW-Jugend über Wochen an der Organisation der Funkrallye und an der Einbindung der Gegebenheiten vor Ort. So führte die Route entlang der Lenne, vorbei am Gustav-Selve-Denkmal, durch die Wälder des Märkischen Kreises.
Zur Mittagspause kamen dann der Altenaer Bürgermeister, Dr. Andreas Hollstein, ein Vertreter des Jugendhilfeausschusses, Uwe Kober, sowie die CDU-Bundestagsabgeordnete Christel Voßbeck-Kayser zu Besuch. Die Gäste staunten nicht schlecht, als die Teilnehmenden an einer der Stationen in Teamarbeit zwei Leonardo-Brücken bauten, die nur durch ein Stecksystem aus Holzbrettern stehen kann. Der Bürgermeister der Stadt Altena steuerte für das Gelingen des Tages Eintrittskarten für die Burg und Fahrtkarten für die Benutzung des Erlebnisaufzuges zur Burg bei. So konnten die Teilnehmenden am Nachmittag noch die Ausstellung rundum die Geschichte der Burg und der Umgebung besuchen und von den Burgtürmen in das Lennetal blicken.
Nach diesem ereignisreichen Tag wurden alle Stationen auf einer Skala bewerten. Dabei wurde deutlich, dass viele der Stationen bereits gut ausgearbeitet sind, an der einen oder anderen Stelle aber auch noch Veränderungen nötig sind, um einen reibungslosen Ablauf zu ermöglichen. Diese Ergebnisse des ersten Testlaufs fließen in die Überarbeitung der Broschüre, in der die Stationen beschrieben werden, ein. Weitere Tests folgen ...
Methodenwerkstatt #2 „Flucht und Migration - Das THW im Einsatz in Krisengebieten"
Am 6. Mai 2017 fand die Methodenwerkstatt #2 im Salvador-Allende-Haus in Oer-Erkenschwick statt. Gemeinsam mit dem Spieleentwickler Thomas Pabst entwickelten 14 Freiwillige der THW-Jugend NRW zwei Tage lang im Grünen die inhaltlichen Grundlagen für ein Brettspiel rund um die Themen Flucht, Migration und Katastrophenhilfe. Doch was haben Auslandseinsätze des THW mit Menschen auf der Flucht und politischer Bildungsarbeit zu tun?
Spannende Einblicke in die verschiedenen Aufgaben und Herausforderungen der Katastrophenhilfe des THW im Ausland bot der bilderreiche Vortrag von Markus Mexner. Der erfahrene THW-Helfer berichtete von seinen Auslandseinsätzen in Haiti und Äthiopien. Gemeinsam mit seinem Team hat er sich im Erdbebengebiet von Port-au-Prince um die Trinkwasseraufbereitung gekümmert. In Äthiopien galt es, das UNHCR technisch zu unterstützen, um den Aufbau von Flüchtlingscamps zu koordinieren und die Versorgung der Bewohner/-innen mit Trinkwasser zu gewährleisten. Motivation, Teamwork und die gute Vernetzung mit anderen Hilfsorganisationen und Behörden sind dabei wichtige Faktoren, um einen Einsatz erfolgreich durchzuführen. Nur so können die elementaren Grundbedürfnisse (Essen, Trinken, Schlafen) von Menschen in Not befriedigt und die Situation vor Ort verbessert werden, damit diese Menschen nicht gezwungen (weiter zu) fliehen.
Naturkatastrophen, Hungersnot, Krieg – es gibt unzählige Gründe, warum Menschen auf der ganzen Welt aus oder in ihren Heimatländern fliehen müssen. Die Teilnehmenden konnten sich durch eine umfangreiche Presseschau über Fluchtursachen und -auswirkungen, über Zahlen zu weltweiten Entwicklungen sowie Gefahren auf den Fluchtrouten informieren. Besonders eindrücklich waren die persönlichen Geschichten der Menschen und die daraus ersichtlichen existenziellen Bedürfnissen von Menschen in Notsituationen. Es wurde eifrig diskutiert und an einer Pinnwand wurden alle Gedanken und Informationen zu Flucht, Migration und Katastrophenhilfe in einer Tabelle zusammengetragen, sodass Verknüpfungen zwischen den drei Themenfeldern sichtbar wurden.
Nach der intensiven Wissens- und Lernphase folgte dann der praktische Teil des Wochenendes. Thomas Pabst stellte den (Jung-)Helfer/-innen die Idee und das Szenario des Brettspiels vor: Das Zusammenwirken von Katastrophenhelfer/-innen und Menschen mit Bedürfnissen in Katastrophengebieten bilden den Kern des Spiels. Es geht um Strategie, Technik und Teamwork, um gemeinsam die Einsätze zu meistern und Menschen zu helfen. Die Teilnehmenden waren von Beginn an begeistert. Bis Sonntagmittag wurden in Kleingruppen verschiedene Einsatzszenarien ausgearbeitet, sodass zum Abschluss der Methodenwerkstatt eine Vielzahl von Einsätzen, Ereignissen, Materialien und Ideen von den Mitgliedern der THW-Jugend NRW präsentiert werden konnten.
Nun heißt es für Thomas Pabst, das Spiel entstehen zu lassen. Bei einem Testtag im Oktober 2017 werden die Teilnehmenden der Methodenwerkstatt #2 den Prototypen dann als erste Spieletester ausprobieren können. Danach folgen weitere Tests in anderen Ortsverbänden und Spielgruppen, um verschiedene Zielgruppen anzusprechen und deren Meinungen zu erfassen. So entsteht ein Brettspiel, das in der politischen Bildung und der Jugendverbandsarbeit eingesetzt werden kann. Der Versuch, Katastrophenhilfe und Flucht miteinander in Verbindung zu bringen und eine neue Perspektive auf das globale Phänomen Flucht einzunehmen, ist geglückt. Die Methodenwerkstatt #2 hat gezeigt, dass es sich lohnt, gewohnte Wege des Seminarformats zu verlassen und in einem offenen und partizipativen Prozess gemeinsam auf Augenhöhe zu lernen und zu arbeiten.
„anders statt artig" zu Gast auf dem Bezirkslager der THW-Jugend in Detmold
Vier Tage hautnah THW-Jugend erleben, das konnte Tabea Janson vom Projekt „anders statt artig“ am Pfingstwochenende in Detmold. Der THW-Geschäftsführerbereich Bielefeld lud zum Zeltlager ein und knapp 200 Kinder, Jugendliche und Erwachsene aus neun Ortsverbänden der THW-Jugend Nordrhein-Westfalen und zwei Jugendgruppen der Feuerwehr Detmold kamen auf das Gelände der Geschwister-Scholl-Schule in Detmold, um gemeinsam viele verschiedene Angebote zu besuchen und Übungsmöglichkeiten zu testen. Durch das Projekt „anders statt artig“ wurden dabei eine Vielzahl von Mitmach-Spielen eingebracht und Gespräche über das Engagement und die Motivation der Jugendlichen und Erwachsenen angeregt.
Am Anreisetag wurden fleißig Zelte und Feldbetten aufgebaut, die Feldküche instand gesetzt und das Gelände mit Strom versorgt. Dort konnten die Junghelfer/-innen bereits ihre erlernten Fähigkeiten in Sachen Teamwork und technischem Verständnis unter Beweis stellen. Am Samstag folgte dann eine Stationsausbildung. An acht Stationen konnten die Kinder und Jugendlichen bspw. das Abstützen einer Hauswand mit dem Einsatzgerüstsystem (EGS) und dem Abstützsystem Holz (ASH) sowie das Bewegen und Sichern von Lasten üben, aber auch andere fachtechnische Aufgaben meistern. Am Stand von „anders statt artig“ wurde ein Vielfaltswikingerschach künstlerisch gestaltet und das Spiel „Teamkran“ gebaut. Tabea Janson hatte zudem verschiedene Spiele aus dem erlebnispädagogischen Bereich mit dabei und ermöglichte den Teilnehmenden, diese kennenzulernen. Ein weiterer Schwerpunkt am Stand war es, dem Motto der THW-Jugend „tolerant – hilfsbereit – weltoffen“ nachzugehen und mit Kindern und Jugendlichen über ihre Gründe für ein Engagement in der THW-Jugend ins Gespräch zu kommen. Dabei gestalteten die (Jung-)Helfer/-innen ihre eigenen Miniatur-Einsatzfahrzeuge. So entstand eine „Engagementflotte“, die die Begeisterung für das ehrenamtliche Engagement und die Werte des Jugendverbands verdeutlichen. Die fertiggestellten Teamspiele wurden am Abend direkt auf dem Sportplatz ausprobiert.
Am Samstagabend folgte dann das Highlight des Zeltlagers: Eine Nachtübung auf dem Gelände der Generalfeldmarschall Rommel Kaserne Augustdorf. Alle Teilnehmenden waren mit Einsatzausrüstung und Fahrzeugen vor Ort, um mehrere vermisste Personen nach einer Unwetterlage zu suchen und zu retten. Am Sonntagvormittag stand dann das „Spiel ohne Grenzen“ auf dem Programm. An fünf Stationen galt es, Aufgaben zu meistern und Punkte zu sammeln. Es mussten Kegel mit einer am Feuerwehrkran befestigten Boje abgeworfen werden, eine Legofigur per Funk nachgebaut sowie ein Spinnennetz und ein Lavafeld überquert werden. Am Nachmittag ging es dann in die Innenstadt von Detmold zur Stadtrallye, die zwei Junghelfer/-innen mit raffinierten Fragen, deren Antworten die Jugendlichen nicht im Internet finden konnten, vorbereitet hatten. Die verschiedenen Teams erfuhren so viele außergewöhnliche Details über die Stadt Detmold. Am Abend lud „anders statt artig“ dann noch zu einem Spieleabend in der Mensa der benachbarten Schule ein, wo die angefertigten Spiele ausprobiert und andere Spiele wie das Bauen von Zuckerwürfeltürmen und ein Faktensetzer-Memory gespielt werden konnten. Am Montagmorgen waren zur Verabschiedung der Bürgermeister der Stadt Detmold, Rainer Heller, sowie die Geschäftsführerin der THW-Geschäftsstelle Bielefeld, Christiane Viehweger, zu Gast und bedankten sich bei allen Organisatorinnen und Organisatoren für die gute Zusammenarbeit zwischen der THW-Jugend, der Jugendfeuerwehr sowie dem Deutschen Roten Kreuz in Detmold. Der Dank ging auch an das Projekt „anders statt artig“. Besonders die Unterstützung im Hinblick auf Spiele und Methoden wurden hervorgehoben.
Methodenwerkstatt #3 „Mein OV in der Zukunft"
Vom 8. bis 9. Juli 2017 veranstaltete das Modellprojekt „anders statt artig – Kreative Ideen für interkulturelles Lernen“ die Methodenwerkstatt #3 in der Jugendbildungsstätte Welper in Hattingen. Gemeinsam mit den Teamern Björn Warkalla und Alexander Kuschel von planpolitik GbR aus Berlin entwickelten 19 Teilnehmende der THW-Jugend NRW zwei Tage lang verschiedene Szenarios für Planspiele rund um das Thema „Mein Ortsverband in der Zukunft“.
Die Freiwilligen aus vier Ortsverbänden und dem Landesverband NRW testeten zunächst die Methode „Planspiel“ durch das Beispiel „Interkulturelles Fußballturnier“ und lernten dadurch die Methode, den Verlauf und die Auswertung direkt kennen. Ausgehend von dieser Spielerfahrung lernten die Teilnehmenden verschiedene Aspekte der Planspielentwicklung kennen und konnten sich so auf die bevorstehende Tüftlerzeit am Nachmittag vorbereiten. Dann hieß es nämlich, in Kleingruppen an einer Idee arbeiten: Szenario und Rollen schreiben, überlegen wie viele Personen das Spiel spielen können, die Spieldauer festlegen uvm.
Am ersten Abend gab es dann bereits eine kurze Präsentation der einzelnen Gruppen, sodass alle Teilnehmenden den Fortschritt der verschiedenen Entwürfe mitverfolgen und sich gegenseitig beraten konnten. Bei einem gemeinsamen Grillabend mit der Johanniter-Jugend und einer Wanderung zur Burg Blankenstein ging der erste Seminartag zu Ende.
Der zweite Seminartag stand unter dem Motto „Finale“. Die Kleingruppen arbeiteten auf Hochtouren an der Fertigstellung ihrer Planspielentwürfe. Eines der drei fertiggestellten Planspiele wurde dann am Nachmittag als Testspiel mit den Teilnehmenden durchgeführt.
Nach diesem Wochenende werden die Teilnehmenden über eine Online-Plattform an ihren Planspielentwürfen weiterarbeiten und weitere Ideen einbringen. Eines der Planspiele wird dann fertig ausgearbeitet und Teil der Methodenkiste des Projekts „anders statt artig“.
Das Planspiel bietet Jugendlichen und Erwachsenen in der THW-Jugend die Möglichkeit sich in ein Szenario hineinzubegeben und miteinander spielerisch zu diskutieren, welche Entwicklungen es in Zukunft in ihren Ortsverbänden geben wird. Sei es sinkende Mitgliedszahlen, die Ansprache neuer Zielgruppen oder die Zusammenarbeit zwischen der Jugend und dem Ortsverband. So kann über die Methode Planspiel partizipativ gelernt und Diskussionskultur gefördert werden.

Methodenwerkstatt #4 „Tolerant + Hilfsbereit + Weltoffen = Für Vielfalt und gegen Vorurteile"
Vom 9. bis 10. September 2017 fand die Methodenwerkstatt #4 im K13 Gästehaus auf dem historischen Gelände „Vogelsang Internationaler Platz“ im Nationalpark Eifel statt. Ein Wochenende lang ging es um die Auseinandersetzung mit Vorurteilen, Diskriminierung und Rassismus. Ziel war es, kurze Videos zu erstellen, die sich diesen Denkmustern und Handlungen entgegenstellen und für Toleranz und Vielfalt bei der THW-Jugend NRW, aber auch darüber hinaus, werben.
Die Freiwilligen aus zwei THW Ortsverbänden (Altena und Neuss) lernten zunächst durch verschiedene Übungen und Methoden die Eigenschaften und Mechanismen von Vorurteilen, Diskriminierung und Rassismus kennen. Oftmals geschieht die Kategorisierung von (fremden) Menschen unbewusst und wird nicht hinterfragt. Schaut man jedoch genauer hin, bemerkt man meist, dass man nur einen (Bild-)Ausschnitt wahrgenommen hat und die jeweilige Person mehr ist als nur ein Eindruck oder ein bestimmtes äußerliches Merkmal. Anhand des Rollenspiels „Abigale und William“ (dramatische Liebesgeschichte) wurde deutlich: Je mehr wir von den einzelnen Charakteren erfahren, desto mehr überdenken wir unsere Bewertungen der Menschen und ihrer Handlungen. Die Teilnehmenden hatten hier die Aufgabe, als „Ethikrat“ die Handlungen der Charaktere zu benoten und somit eine Wertung über deren Verhalten abzugeben. Anhand der wenigen vorliegenden Informationen kam es zu vorschnellen Verurteilungen dieser Menschen. Dies begegnet uns auch im Alltag.
Neben dem Erkennen und Hinterfragen dieser Wahrnehmungsmechanismen gehört es auch dazu, sich klar zu positionieren und sich bspw. rassistischen Äußerungen entschieden entgegenzustellen. Daher entwickelten die Teilnehmenden der Methodenwerkstatt #4 gemeinsam mit den Teamern Mohammed-Ali Saidi und Benjamin Lambeck drei Videos, in denen sie ihrem Verbandsmotto „tolerant – hilfsbereit – weltoffen“ Leben einhauchen und durch Beispiel zeigen, für welche Werte und Handlungen ihr Jugendverband steht. Hierbei konnten die Teilnehmenden ganz praktisch ihre filmischen Fähigkeiten ausprobieren und sich an den Formaten Stop-Motion-, Stand- und Explainity-Video versuchen.
Die Methodenwerkstatt #4 fand an einem historisch-politisch bedeutsamen Ort statt: auf der ehemaligen NS-Ordensburg „Vogelsang Internationaler Platz“. Bei einer Geländeführung konnten die Teilnehmenden die Geschichte des Ortes anhand von Fotoaufnahmen und der Besichtigung einzelner Gebäude „hautnah“ erleben. Zur Zeit des Nationalsozialismus wurden hier über 400 sogenannte „Ordensjunker“ als Führungselite unter Adolf Hitler ausgebildet. Die Indoktrination der Schüler und die dahinter stehende Rassenideologie wurden hier über Jahre gelehrt, den Schülern vorgelebt bzw. immer wieder durch Statuen des sogenannten „Herrenmenschen“ vor Augen geführt. Die Ortsbegehung wurde am zweiten Tag in der Seminargruppe noch lange diskutiert, zeigt sie doch, wohin Vorurteile, Diskriminierung und Rassismus führen können bzw. in der Vergangenheit geführt haben.
Die erstellten Videos werden auf dem YouTube-Kanal der THW-Jugend ab Mitte September präsentiert und können als Ideen für weitere Videos der Jugendgruppen der THW-Jugend dienen.

Methodenwerkstatt #5 - „Lasst die Spiele beginnen“
Das Finale der Reihe „Methodenwerkstätten“ war für die 40 Teilnehmenden der THW-Jugend ein absolutes Highlight! In der Jugendbildungsstätte Kaubstraße in Berlin fand vom 17.–19. November 2017 die letzte Seminarveranstaltung von „anders statt artig“ in diesem Jahr statt. Die Mitglieder der THW-Jugend reisten dafür aus Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Niedersachsen an und lernten so direkt neue (Jung-)Helfer/-innen aus den anderen Landesverbänden kennen.
Das Motto des Wochenendes lautete: „Lasst die Spiele beginnen“. In vier verschiedenen Workshops hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, unterschiedliche Spiele und Methoden im Bereich des interkulturellen Lernens auszuprobieren. Zwei Planspiele und ein Brettspiel, welche in vorherigen Methodenwerkstätten entwickelt wurden, standen dabei zum Test bereit. Des Weiteren stellte das Partnermodellprojekt der THW-Jugend Sachsen neue interkulturelle Spiele für den Jugenddienst vor. Bei einer Domino-Challenge konnten die (Jung-)Helfer/-innen ihre Teamfähigkeit unter Beweis stellen. Neben dem thematischen Workshopprogramm, erkundeten die Teilnehmenden bei einem historisch-politischen Citybound die Hauptstadt auf außergewöhnlichen Wegen und an teils unbekannten Orten. Von Schöneberg über Neukölln bis hin nach Treptow pendelten die Kleingruppen zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Ein gemeinsamer Zwischenstopp an der Weltzeituhr am Alexanderplatz und eine Kaffeepause in der Geschäftsstelle des Arbeitskreises deutscher Bildungsstätten e. V. rundeten den Ausflug durch Berlin ab.
Das Jahr 2017 stand ganz im Zeichen der Entwicklung von fünf Produkten für den interkulturellen Methodenkoffer, der im kommenden Jahr im Rahmen von Bezirksschulungen in ganz Nordrhein-Westfalen sowie in Gremien des AdB vorgestellt und den dort Teilnehmenden überreicht wird.
„anders statt artig“ blickt zurück auf spannende Seminarwochenenden mit insgesamt 93 Teilnehmenden von 14 bis 63 Jahren in fünf Bildungsstätten des AdB. Gemeinsam mit sieben Teamer/-innen aus dem AdB-Netzwerk und der politischen Bildungslandschaft gelang das Experiment, fachtechnisches Wissen der THW-Jugend mit Themen der politischen Bildungsarbeit zu kombinieren und daraus Neues entstehen zu lassen. Eine Funkrallye zu interkultureller Kommunikation, ein Brettspiel zu Flucht und Katastrophenhilfe, zwei Planspiele zu Interkultureller Öffnung und Partizipation im Jugendverband, ein Erklärvideo-Set sowie ein Taschenhandbuch mit Übungen für den Jugenddienst/die Gruppenstunde zeigen die Vielfalt von Methoden interkulturellen Lernens.
WIR FREUEN UNS EUCH DEN METHODENKOFFER BEI SCHULUNGEN IN NRW AB MÄRZ 2018 VORZUSTELLEN!          

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